Rezept: Omi’s Kartoffelsuppe

Es gibt Gerichte, mit denen wird man ein Leben lang die Kindheit verknüpfen. Ein solches Gericht ist für mich Kartoffelsuppe. Das Rezept ist denkbar einfach und gerade in der kalten Jahreszeit ideal für Läufer geeignet, um nach dem Training die Energiespeicher wieder aufzufüllen und vor allem um sich aufzuwärmen. Kartoffeln sind zudem besser, als ihr Ruf, den ihnen die weiterverarbeiteten Pommes & Co. beschert haben und sind nicht nur kalorienarm, sondern enthalten zudem viele Vitamine und Mineralstoffe. Grund genug, diesen leckeren Suppeneintopf einmal zu probieren!

Die Kartoffel

Kartoffeln bestehen zu fast 80% aus Wasser und eignen sich deshalb hervorragend für eine gesunde Ernährung – aber nur, wenn sie mit wenig Fett zubereitet werden. Ihren Ruf als Dickmacher verdankt das Nachtschattengewächs der beliebten Verarbeitung zu Pommes Frites, Kroketten, Bratkartoffeln, Rösti & Co. Denn mit 77 Kalorien pro 100 Gramm liegt der Erdapfel, wie er in einigen Gegenden Deutschlands genannt wird, relativ weit hinten im Feld der sogenannten „Dickmacher“. Aber was steckt drin? Kartoffeln bestehen aus ca. 16 % Kohlehydraten in Form von Stärke. Erst durch Erhitzen wird die rohe Kartoffelstärke für den menschlichen Organismus verdaulich gemacht. Eiweiß ist in Kartoffeln nur in recht geringer Menge vorhanden. Jedoch ist ihr Gehalt an essenziellen, d.h. lebensnotwendigen Aminosäuren so hochwertig, dass Kartoffeln von allen pflanzlichen Eiweißlieferanten über den höchsten Anteil an verwertbarem Eiweiß verfügen. Kartoffeln enthalten wertvolle Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen. Der Körper kann diese nicht selbst herstellen, benötigt sie jedoch für Zellenaufbau und zahlreiche Stoffwechselreaktionen. Die enthaltenen Ballaststoffe erzeugen einen lang anhaltenden Sättigungseffekt, da sie vom Magen und Darm nur langsam verdaut werden können. Zudem regen sie das Verdauungssystem an, besonders, wenn man Kartoffeln ungeschält zubereitet. Fett ist in Kartoffeln nur in Spuren vorhanden, dafür sind sie aber besonderes reich an Vitamin C sowie B1 und B2, Niacin, Pantothensäure und Vitamin B 6. Vitamine regulieren den Stoffwechsel im Körper und dienen zur Stärkung des Immunsystems, zudem sind sie wichtig für Haut, Haare und Nägel. Es gibt Kartoffeln mit verschiedenen Kocheigenschaften: festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend.

Festkochende Sorten behalten bei der Zubereitung ihre Struktur und springen beim Kochen und Backen aufgrund des geringen Stärkegehalts nicht auf. Festkochende Sorten eignen sich deshalb am besten für Pell-, Brat-, Salzkartoffeln und vor allem für Kartoffelsalat.
Vorwiegend festkochende Sorten springen beim Kochen nur leicht auf. Man nutzt sie vor allem für die Herstellung von Rösti, Pommes Frites oder Salzkartoffeln. Mehligkochende Sorten haben eine grobkörnige und trockene Struktur. Der hohe Gehalt an Stärke sorgt dafür, dass sie beim Garen in der Regel aufplatzen. Sie sind daher besonders geeignet für Eintöpfe, Suppen, Pürree oder Knödel.

Ich weiß nicht, wie es euch geht – bei mir liegen Kartoffeln schonmal eine Weile. Sei es, weil ich ein paar Tage keine Lust drauf habe, oder weil sie unten im Schrank liegen und ich nicht dran denke. Um zu testen, ob die Kartoffeln noch gut sind, gibt es folgenden Trick: Man schneidet eine Kartoffel auseinander und reibt die beiden Hälften aneinander. Die angeschnittenen Hälften müssen beim Aneinanderreiben zusammenkleben. In der Regel bildet sich am Rand der Hälften auch ein bisschen Schaum. Wenn man eine rohe angeschnittene Kartoffel zusammendrückt, darf kein Wasser austreten – das ist ein Grund, sie sofort wegzuwerfen.

So, nun aber genug, hier kommt das Rezept. Die Menge ergibt einen großen Kochtopf, der gut für drei Personen als Hauptmahlzeit ausreichen sollte. Wir essen immer zu zweit davon und einer hat noch etwas zum Mitnehmen für die Arbeit.

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Zutaten

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Suppengemüse + 1 Karotte extra
  • 1 EL Öl
  • Wasser
  • ca. 2 EL Klare Gemüsebrühe (Pulver) je nach Wassermenge
    ich benutze diese hier: Alnatura Klare Gemüsebrühe hefefrei weil man ein günstiges Nachfüllpack kaufen kann und weil kein Hefeextrakt drin ist
  • 2 Lorbeerblätter
  • evtl. etwas Hafersahne oder Crème fraîche

Zubereitung

Die Zwiebel in grobe Stücke schneiden. Kartoffeln schälen und in etwa gleichgroße Stücke schneiden (nicht zu groß). Das Bund mit dem Suppengemüse aufmachen, Sellerie, Lauch und Karotten ebenfalls in Stücke schneiden. Das andere Grünzeug (Petersilie und Co) im Ganzen lassen und zunächst beiseite legen.

In einem ausreichend großen Topf das Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel kurz anschwitzen (sie sollten keine Farbe nehmen, also wirklich nur ganz kurz!). Dann die Kartoffeln und das Suppengemüse zugeben und sofort mit soviel Wasser ablöschen, dass alles gut bedeckt ist. Jetzt kommen Petersilie & Co. sowie die Lorbeerblätter dazu (schaut, dass ihr das nicht ganz so doll umrührt – ihr müsst das nämlich wieder rausfischen!). Dann gebt ihr noch das Brühepulver dazu und kocht das ganze kurz auf. Danach kocht ihr alles so lange auf mittlerer Hitze, bis Kartoffeln und das restliche Gemüse weich sind. Wenn es soweit ist müsst ihr das Grünzeug und die Lorbeerblätter herausfischen. Püriert ihr die Suppe mit Grünzeug, bekommt das Ganze eine ziemlich lustige Farbe – wer das möchte, lässt das Grünzeug drin! 😉

Wie ihr schon ahnt: Jetzt kommt der Pürierstab ins Spiel. Einfach alles gründlich durchpürieren – oder eben weniger gründlich. Das kommt ganz darauf an, ob ihr Stückchen mögt, oder nicht! Zum Schluss gebt ihr nochmal Wasser zu, bis die Konsistenz stimmt und schmeckt das Ganze nochmal mit Brühe, eventuell mit Salz und Pfeffer ab und schon seid ihr fertig! Wer mag kann in den Teller einen Schuss Hafersahne oder einen Klecks Crème fraîche geben.

Dazu schmeckt ein frisches Stück selbstgebackenes Brot.

Viel Spaß beim Nachkochen und Guten Appetit!

 

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