Was ziehe ich an, um laufen zu gehen?

Hätte man vor zehn Jahren jemanden gefragt, was er zum laufen gehen anzieht, hätte er einen vermutlich nur komisch angeschaut. Heutzutage gibt es eine riesige Auswahl an Funktionsbekleidung, die atmungsaktiv ist, den Schweiß nach außen abtransportiert, sodass die Hautoberfläche trocken bleibt und wind- bzw. wasserdicht ist. Außerdem sind Funktionstextilien auch viel leichter, als ihre Kollegen aus Baumwolle. Doch was zieht man bei welchen Witterungsverhältnissen an?

Ich muss zugeben, ich habe mich in den letzten Wochen, bei 10-15 Grad Außentemperatur schon ab und an gewundert, wie viele Läufer mit Fleece und Mützen unterwegs waren, wo ich noch mit halblanger Hose und Shirt gelaufen bin. Es gibt da glaube ich auch kein richtig oder falsch. Grundsätzlich sagt man, dass man im Herbst/Winter leicht frieren darf, wenn man mit dem Lauftraining beginnt. Bei kaltem Wetter ist es das beste, wenn man mehrere Lagen übereinander anzieht. Außerdem ist es wichtig, dass die Kleidung nirgendwo scheuert und gut passt. Die kritischsten Bereiche sind bei uns Mädels der Sport-BH (Unterbrustnaht), bei allen der Achselbereich, der Schritt und der Brustbereich. Um dem vorzubeugen gibt es zwar spezielle Läuferprodukte, die enthalten aber meiner Erfahrung nach auch nichts weiter als Vaseline. Dementsprechend könnt ihr euch auch einfach in der Apotheke mit Vaseline eindecken und die anfälligen Körperteile vor den langen Läufen damit einreiben.

Im Buch „Das große Buch vom Marathon“ von Hubert Beck, welches im übrigens sehr empfehlenswert finde, finden sich folgende Grundregeln was die Kleidung betrifft:

  • Über 18 Grad: kurze Hose, kurzärmeliges Shirt oder Top
  • Über 12 Grad: halblange Hose, kurze Ärmel
  • Unter 12 Grad: lange dünne Bekleidung (z. B. dünne lange Laufhose und dünnes Langarmfunktionsshirt)
  • Unter 3 Grad: mehrere Lagen, Jacke und Hose innen angerauht

Es gibt natürlich Menschen, die einfach schneller frieren – die müssen mehr anziehen, das ist klar. Dennoch sollten auch die darauf achten, dass sie nicht schon nach ein paar Minuten anfangen zu schwitzen.

Ich handhabe das wie folgt. Bei den Temperaturen, die zur Zeit herrschen (also 0 bis 10 Grad) laufe ich mit einer langen dünnen Laufhose, einem Sport-BH, einem dünnen Top und einem Langarmshirt. Wenn es kälter oder windiger wird, trage ich noch eine dünne Jacke oder Weste darüber.

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Outfit bei Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad.
Meine Laufjacken ❤

Teure Markenartikel kaufe ich wenn, dann nur im Sale. Ich bin besonders begeistert von der Eigenmarke „RP“ von Runners Point von denen ich Jacken, Hosen, Shirts und Socken habe und nein, ich werde nicht von denen gesponsert. Ich bekomme lediglich – wenn es eine Aktion gibt – bei drei paar Socken ein paar gratis! 😉

Apropos Socken: Anfangs bin ich mit normalen Baumwollsocken gelaufen. Das endete schnell mit Blasen, weil sich normale Socken mit der Zeit verdrehen und reiben. Inzwischen laufe ich ausschließlich mit speziellen Laufsocken, die genau wie die Funktionsbekleidung Feuchtigkeit nach außen abtransportiert. Außerdem sitzen die Socken enganliegend am Fuß, so kann sich nichts verdrehen und reiben. Auch hier setze ich auf die günstige (7,50 Euro pro Paar) Eigenmarke von Runners Point.

Die Schuhe

Der wichtigste Trainingspartner ist meiner Meinung nach ein guter Laufschuh. Ich für mich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass ich am besten mit Schuhen mit geringer Sprengung klarkomme. Unter „Sprengung“ bei Laufschuhen wird der Höhenunterschied von der Ferse bis zum Vorfuss bezeichnet. Diese wird durch den Bau des Laufschuhes mit dem Fussbett und der Zwischensohle vorgegeben. Im Prinzip kann man die Sprengung auch als die Höhe der Polsterung bezeichnen. Viele Laufschuhe haben eine Sprengung von 12 mm. Ich laufe die kurzen schnelleren Läufe und Wettkämpfe mit einer Sprengung von 4 mm, die längeren Läufe und jetzt die Marathonvorbereitung mit einer Sprengung von 8 mm. Ich laufe viel auf dem Vorfuß und habe eben gerne Bodenkontakt und komme mit „Laufen wie auf Wolken“ gar nicht zurecht.

Das ist aber etwas, was ihr am besten im Fachgeschäft zusammen mit einem fachkundigen Berater herausfindet. Hierbei solltet ihr darauf achten, dass man eure Fußform anschaut (Fußabdruck machen), ihr solltet einmal beim laufen auf dem Laufband gefilmt werden, so dass man die Abrollbewegung gut sehen kann und dann sollte der Berater auch von vorne und hinten auf die Fußstellung schauen, wenn ihr steht. Auch hier muss ich sagen: Ich habe mich bei Runners Point immer sehr gut beraten gefühlt, deshalb gehe ich auch fast ausschließlich dort hin. Schlechte Erfahrungen (schlechte Beratung, falscher Schuh, keine ordentliche Begutachtung der Fußform etc.) habe ich leider bei Karstadt Sport in Karlsruhe gemacht. Aber es kann natürlich gut sein, dass es in anderen Filialen besser ist. Sport Scheck macht auch ausführliche und gute Beratung was Laufschuhe angeht. Auch hier kann ich euch guten Gewissens hinschicken. Außerdem gibt es noch in vielen Städten Laufshops, Laufläden etc. in denen ihr sicher gut beraten werdet.

Checkliste für den Laufschuhkauf

  • gehe in ein Fachgeschäft
  • lasse dich ausführlich beraten
  • der Verkäufer sollte dich nach deinen Laufgewohnheiten fragen, einen Fußabdruck machen, dich eventuell ein Stück laufen sehen, um deine Abrollbewegung zu beurteilen und erst dann einen passenden Schuh für dich aussuchen
  • greift der Verkäufer ohne Beratung und ohne Fragen zu einem „Passt-für-alle-Anfänger-Schuh“ ergreife höflich, aber schnell die Flucht! 😉

Wie schon beschrieben laufe ich sehr flache Schuhe – die gibt es meines Wissens nur von der Marke Saucony. Gerne lasse ich mich aber eines besseren belehren. Flache Schuhe sind auch keineswegs was für jeden. Es gibt viele Menschen mit Überpronation, die entsprechende Unterstützung benötigen um keine Schmerzen zu bekommen. Meine schnellen Wettkampfschuhe sind die Saucony Kinvara 5 und 6 – die etwas mehr gepolsterten Saucony Iso Triumph und die Saucony Ride 8 trage ich bei den längeren Läufen.

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Meine Saucony-Familie: Kinvara 5, Kinvara 6, Triumph Iso und Ride 8.

 

Was gehört außerdem zum Laufoutfit?

Neben den Basics Hose, Top, Shirt, (Jacke) und Socken sowie Schuhe gehört für mich im Winter auf jeden Fall ein paar Handschuhe mit zu meiner Ausrüstung, auch hier Eigenmarke Runners Point. Außerdem trage ich ein Stirnband, das die Ohren warm hält, bei Dunkelheit eine Stirnlampe und Reflektoren, damit ich im Dunkeln auch gut gesehen werde. Manche tragen richtige Strobos, ich bevorzuge aber ein einfaches Leuchtband für den Oberarm. Außerdem nutze ich meine GPS-Uhr Polar M400 und/oder die App Runtastic, um mein Training aufzuzeichnen. Hierzu werde ich aber bei Gelegenheit einen separaten Beitrag schreiben.

Kurz zusammenfasst – was ziehe ich an zum Laufen (z. B. im Winter):

  • Sport-BH
  • Top
  • Langarmshirt
  • dünne Jacke
  • Hose
  • Laufsocken
  • Laufschuhe
  • Stirnband
  • Handschuhe

Danke, dass du bis zum Ende des Beitrages durchgehalten hast. Kritik, Anregungen und Wünsche wie immer als Kommentar hinterlassen oder direkt per Mail an mich! ❤

 

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3 Gedanken zu “Was ziehe ich an, um laufen zu gehen?

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